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   Karwoche

               K a r (~ Kummer-) -w o c h e   

Wir gedenken in diesen Tagen der Kreuzigung Christi.

Matthias Grünewald, 1525, gemalter Tauberbischofsheimer Altar

aus http://www.tagesspiegel.de/kultur/ausstellungen/Malerei-Matthias-Gruenewald;art2652,2435126

Wenn wir nicht um die Erfüllung der Prophezeiung wüssten, um die Wiederauferstehung und darum, dass Jesus zur Vergebung unserer Schuld am Kreuz gestorben ist, wäre dies der traurigste Tag der Menschheit.

 

Was geschah?

Einige religiöse Gesetzeslehrer und Priester (Pharisäer) wollten Jesus beseitigen, da er ihr überhebliches Gehabe anprangerte und ihre Autorität in Zweifel zog.

Seinerzeit lag die Macht beim römischen Imperium, dem Statthalter der Region Judäa, Pontius Pilatus, von dem der berühmte Ausspruch stammt: " ich wasche meine Hände in Unschuld", da er keine Schuld an Jesus finden konnte und die Entscheidung dem Volke überlies: Dem Brauch folgend sollte zum Passafest ein Gefangener freigelassen werden. Das "gekaufte" Volk forderte aber die Freilassung des Mitgefangenen Barabas und die Kreuzigung Jesu.

Damit war die Prophezeiung erfüllt.


Palmsonntag:

Jesus zog in Jerusalem ein, wo die Christen ihm den Weg mit Palmzweigen bereiteten.

Gründonnerstag:

Jesus und seine Jünger trafen sich zum letzten Abendmahl. Hier hat Jesus seinen Jüngern gesagt, dass einer unter ihnen ihn verraten wird. Danach bricht er das Brot und sagt die bekannten Sätze "das ist mein Leib" und
"das ist mein Blut, das ich für euch hingebe. So zeigt Gott seine Liebe" als er den Jüngern den Becher mit dem Wein gibt.

Anschließend gehen alle gemeinsam zum Ölberg. Auf dem Weg dorthin sagt Petrus zu Jesus: "Ich werde dich nie verleugnen"

Darauf antwortet Jesus:

"Ehe der Hahn dreimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnet haben!"

Im Garten Getsemane angekommen bat Jesus seine Jünger zu warten, während er beten wollte. Petrus, Jakobus und Johannes nahm er mit. Als Sie ein Stück gegangen waren, bat er die drei Wache zu halten.

Jesus selbst ging noch ein wenig weiter und fragte Gott, ob es denn keinen Weg gäbe, den Kelch doch an ihm vorüber gehen zu lassen, aber er sagte auch, dass geschehen sollte, was Gott wolle.

Als er sein Gebet zu Ende gesprochen hatte, ging er zurück und sah, dass die drei eingeschlafen waren. Nun schimpfte Jesus, dass sie nicht einmal wach bleiben und wachen konnten. Darauf ging Jesus zurück und betete wieder. Das alles geschah dreimal hintereinander!

Beim dritten Mal sagte Jesus, dass es nun soweit wäre, der, der ihn verraten würde, wäre schon da.

Sogleich stand Judas vor Jesus. Hinter ihm waren mit Schwertern und Knüppeln bewaffnete Männer, eine Truppe der Priester und Ältesten. Sie hatten mit Judas ein Zeichen abgemacht, den "Judaskuss": Der, den Judas zur Begrüßung küsst, wäre Jesus. Als Judas ihn küsste, nahmen sie ihn fest
und brachten ihn vor das jüdische Gericht. Die Ältesten versuchten, Jesus zu verfänglichen Aussagen zu überlisten. Dies gelang ihnen nicht. Schließlich fragte der Älteste Oberpriester Jesus:

"Hast du etwas gegen Deine Anklagepunkte vorzubringen?"

Jesus schwieg. Als der Priester dann fragte, ob Jesus der Sohn Gottes sei, antwortete dieser:

"Ich bin es"

Daraufhin sagte der Oberpriester, dass nun alle die Gotteslästerung gehört hätten und erklärte ihn des Todes!

Petrus war derweil unten ihm Hof. Eine Dienerin des Oberpriesters fragte ihn, ob er nicht zu diesem Jesus gehören würde. Er sagte Nein. Und ehe der Hahn dreimal gekräht hatte, hatte Petrus Jesus dreimal verleugnet! Er erinnerte sich an die Worte Jesu und weinte bitterlich.

Karfreitag:

Am frühen Morgen brachte man Jesus dann zu Pilatus. Er solle das Urteil aussprechen. Er fragte Jesus, ob er der König der Juden sein, Jesus antwortete mit ja. Dann fragte er, ob Jesus sich nicht verteidigen wolle, aber Jesus sagte kein Wort!

Es war aber üblich, dass Pilatus zum jüdischen Passahfest ( Gedenkfeier für die
Israeliten, die aus der ägyptischen Sklaverei auszogen) einen Gefangen frei lässt.

Als die Menge dann vor Pilatus stand, fragte er die Menge, ob er denn Jesus frei lassen sollte. Denn Pilatus wusste genau, dass die Priester Jesus nur aus Neid sterben lassen wollten. Das Volk aber rief nach Barabas, einem Mörder, der während des Aufstandes gefangen genommen wurde.

Darauf fragte er das Volk, was er denn mit Jesus machen sollte. Und das Volk rief:

"Kreuzige ihn"

Als Pilatus sah, dass er nichts erreichen konnte und der Tumult im Volk immer größer wurde, wusch er sich vor dem Volk die Hände mit Wasser und sagte " ich bin unschuldig an diesem Blut, sehet ihr zu !"

Matth. 27,24 Da aber Pilatus sah, daß er nichts schaffete, sondern daß ein viel größer Getümmel ward, nahm er Wasser und wusch die Hände vor dem Volk und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blut dieses Gerechten; sehet ihr zu!

Die Soldaten verspotteten Jesus, und hängten ihm einen purpurroten Mantel um, und eine Krone aus Dornen. Nun begann der Kreuzweg. Man lud Jesus das Kreuz auf und schickte ihn zum Berg Golgata. Auf dem Weg zum Kreuz stürzte er drei Mal.

Auf dem Berg angekommen nagelte man Jesus ans Kreuz. Neben ihm wurden auch zwei Verbrecher gekreuzigt. Der eine verspottete ihn, der andere bat um Gnade.

Am Kreuz sprach Jesus sieben Sätze:

- Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. (Lk 23,34)

- Frau, siehe, das ist dein Sohn! Siehe, das ist deine Mutter. (Joh 19,26)

- Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Himmelreich sein. (Lk 23,43)

- Mich dürstet. (Joh 19,28)

- Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? (Mk 15,34)

- Es ist vollbracht! (Joh 19,30)

- Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände! (Lk 23,46)

Nach Mittag starb Jesus dann, während der Himmel sich verdunkelte.

Am Abend nahmen sie Jesus vom Kreuz. Sie legten ihn in ein Grab und wickelten ihn in Leinen. Das Grab war in Stein gehauen und vor seinen Eingang legten Sie einen großen Stein.

> Ostersonntag:

Früh morgens wollten zwei Frauen den toten Leib einbalsamieren. Als Sie überlegten, wer den Stein wegrollen könnte, sahen Sie, das dass Grab offen war und der Leichnam Jesu verschwunden.

 

KARWOCHE

O Woche, Zeugin heiliger Beschwerde!
Du stimmst so ernst zu dieser Frühlingswonne,
Du breitest im verjüngten Strahl der Sonne
Des Kreuzes Schatten auf die lichte Erde,

Und senkest schweigend deine Flöre nieder;
Der Frühling darf indessen immer keimen,
Das Veilchen duftet unter Blütenbäumen
Und alle Vöglein singen Jubellieder.

O schweigt, ihr Vöglein auf den grünen Auen!
Es hallen rings die dumpfen Glockenklänge,
Die Engel singen leise Grabgesänge;
O still, ihr Vöglein hoch im Himmelblauen!

Ihr Veilchen, kränzt heut keine Lockenhaare!
Euch pflückt mein frommes Kind zum dunkeln Strauße,
Ihr wandert mit zum Muttergotteshause,
Da sollt ihr welken auf des Herrn Altare.

Ach dort, von Trauermelodieen trunken,
Und süß betäubt von schweren Weihrauchdüften,
Sucht sie den Bräutigam in Todesgrüften,
Und Lieb' und Frühling, alles ist versunken!

Eduard Mörike


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