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Menschenrechte wurzeln im Christentum
 

aus dem Göttinger Tagblatt:  http://www.goettinger-tageblatt.de/newsroom/wissen/dezentral/wissenlokal/art4263,606463

Christliche Wurzeln der Menschenrechte

Woher kommt das Recht? Mit dieser Frage hat sich die Antrittsvorlesung des neuen Präsidenten der Göttinger Akademie der Wissenschaften, Prof. Christian Starck, beschäftigt.

Bild: Prof. Christian Starck

 

Von Jens Wucherpfennig
Mit dieser Antrittsvorlesung soll ein Zeichen gesetzt werden“, sagte zuvor Vizepräsident Prof. Norbert Elsner vor rund 100 Hörern in der Aula am Wilhelmsplatz. Früher seien Antrittsvorlesungen fast immer abgehobene wissenschaftspolitische Reden gewesen. Die Akademie der Wissenschaften solle sich jedoch nicht als Institution um ihrer selbst Willen vorstellen, sondern anhand der Forschungsarbeit ihres Präsidenten.
Starck hielt sich an diese Vorgabe und spann unter der Frage „Woher kommt das Recht?“ einen großen Bogen von der Theoriegeschichte früherer Jahrhunderte bis zum heutigen Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland.
Zunächst wendete sich Starck der naheliegenden Gleichsetzung von Staat und Recht zu. „Wenn man das Recht in den Gesetzen verkörpert sieht, scheint die Antwort leicht zu sein.“ Gesetze werden vom Staat erlassen, so komme das Recht also vom Staat. Auch die Rechtssetzung der Europäischen Union sowie das Völkerrecht seien auf den Staat zurückführbar: Beides sei durch Verträge von Staaten entstanden.
Bei einer solchen Gleichsetzung von Staat und Recht ließe sich „die Rechtsgeltung in Nordkorea und in Frankreich erklären, ohne dass inhaltliche Unterschiede des Rechts bedeutsam wären“, so Starck. Diese rechtstheoretische Gleichbehandlung von demokratischen Verfassungsstaaten und Dikaturen führte Starck zu den moralischen Aspekten des Rechts.
Bereits im 17. Jahrhundert habe Blaise Pascal darauf aufmerksam gemacht, dass es ein vor- oder außerstaatliches Recht gebe: „Recht ohne Macht ist ohnmächtig. Macht ohne Recht ist tyrannisch.“
Ohne Parallele
Diese These finde sich im Grundgesetz bestätigt: In Artikel 1 bekenne sich das Deutsche Volk zu „unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft“. Damit, so Starck, „anerkennt das Grundgesetz den überstaatlichen Charakter der Rechtsgrundsätze, die in den Menschenrechten zum Ausdruck gebracht worden sind“. Ein Rechtsstaat sei der Staat nicht deswegen, weil er Recht erzeuge, sondern weil er „bei der Erzeugung von Recht an Rechtsgrundsätze formeller und materieller Art gebunden ist“.
Ein weiterer Grund, Staat nicht mit Recht gleichzusetzen, sieht Starck in privaten Verträgen. Auch dadurch könne Recht entstehen, beispielsweise in Tarifverträgen oder  Vereinssatzungen.
Die Wurzeln abendländischer Rechtsgrundsätze verortet Starck vor allem im römischen Recht und der lateinischen Kirche. Der geistige Ursprung der Menschenrechte liege nicht in der Zeit der Aufklärung, sondern im Menschenbild des Christentums: „Grundlage für Würde und Freiheit jedes einzelnen Menschen ist die biblisch-christliche Auffassung, dass Gott den Menschen nach seinem Ebenbild geschaffen hat.“ Der Weg dieser Auffassung in die Verfassung westlicher Staaten sei ohne Parallele in anderen Kulturen.

 

 
 

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